Wer nach dem Gitterbett ein neues Bett sucht, steht schnell vor einer Wand aus Massen: 70×140, 80×160, 90×200, 100×200 oder gleich 120×200? Viele Eltern entscheiden sich aus dem Bauch heraus und merken erst Jahre später, dass das Bett zu kurz geworden ist oder das Kinderzimmer blockiert. Dabei hat sich ein Mass in der Schweiz und in ganz Europa als Standard durchgesetzt: das Kinderbett 90x200. Es passt in die meisten Zimmer, begleitet euer Kind vom Kleinkindalter bis weit in die Jugend und macht die Suche nach Matratze, Topper und Bettwäsche deutlich einfacher. In diesem Ratgeber erfahrt ihr, wie viel Platz ein 90×200-Bett wirklich braucht, wie es sich im Vergleich zu anderen Grössen schlägt und wann sich doch ein breiteres Bett lohnt. Mit Grundriss-Beispielen für typische Kinderzimmer zwischen 8 und 12 m² und einer Liste der häufigsten Fehler.
Die kurze Antwort: Für die meisten Familien ist 90×200 cm die klügste Wahl, weil das Bett mitwächst, eine Anschaffung für 10 bis 15 Jahre sein kann und in praktisch jedes Kinderzimmer passt. Matratzen, Bettwäsche und Zubehör gibt es in dieser Grösse in riesiger Auswahl und oft günstiger als in Sondermassen. Einschränkungen gibt es vor allem beim gemeinsamen Vorlesen im Liegen und bei Übernachtungsgästen. Wer mehr als 12 m² hat oder oft mit dem Kind im Bett kuschelt, fährt mit 120×200 cm besser.
- 90×200 cm ist das verbreitetste Einzelbettmass und reicht auch Jugendlichen und Erwachsenen bis rund 1,85 m Körpergrösse.
- Rechnet mit Aussenmassen von etwa 100–110 × 210–220 cm, je nach Rahmen und Polsterung.
- Vor der Längsseite braucht es mindestens 60–70 cm freien Laufweg, besser 80 cm.
- Matratzen, Topper und Bettwäsche in 90×200 gibt es in grosser Auswahl, auch gebraucht auf Tutti oder Ricardo.
- 120×200 lohnt sich bei viel Platz, gemeinsamen Kuschelzeiten oder als späteres Jugendbett.
Warum ein Kinderbett 90x200 die klügste Standardgrösse ist
Ein Kinderbett 90x200 ist im Grunde ein ganz normales Einzelbett, und genau das ist seine grösste Stärke. Klassische Kinderbetten in 70×140 cm passen gut für Kinder von etwa 2 bis 6 Jahren. Spätestens wenn euer Kind im Kindergarten oder in der ersten Klasse einen Wachstumsschub macht, wird es darin eng. Ein Bett mit 200 cm Liegelänge dagegen muss in den nächsten Jahren nicht mehr ersetzt werden. Selbst ein Teenager mit 1,80 m hat darin noch genug Luft über dem Kopf und unter den Füssen.
Der zweite Vorteil ist die Auswahl. Weil 90×200 das Standardmass in Möbelhäusern, Onlineshops und Bettwarengeschäften ist, findet ihr Matratzen in allen Härtegraden, wasserdichte Schoner, Topper, Spannleintücher und Duvetbezüge in unzähligen Farben. Sondermasse wie 80×160 kosten dagegen oft mehr oder müssen bestellt werden. Auch beim Weiterverkauf ist das Standardmass im Vorteil: Ein gut erhaltenes Bett oder eine Matratze in 90×200 findet auf Tutti oder Ricardo meist rascher neue Besitzer.
Drittens bleibt das Zimmer flexibel. Ein Einzelbett lässt sich an fast jede Wand stellen, auch unter eine Dachschräge oder neben ein Fenster. Mehr zur grundsätzlichen Entscheidung zwischen den beiden gängigsten Breiten lest ihr in unserem Ratgeber Kinderbett Grösse: 90 oder 120 cm.
Platzbedarf: Aussenmasse und Laufwege richtig planen
Der häufigste Denkfehler beim Ausmessen: Die Angabe 90×200 beschreibt nur die Liegefläche, also die Matratze. Das Bett selbst ist immer grösser. Bei schlanken Holz- oder Metallrahmen kommen etwa 5 bis 10 cm pro Richtung dazu, bei gepolsterten Betten mit umlaufendem Rand oder hohem Kopfteil sind es eher 15 bis 20 cm. Plant also mit einer Stellfläche von rund 100 bis 110 cm Breite und 210 bis 220 cm Länge. Schaut beim Kauf immer auf die Aussenmasse im Datenblatt.
Genauso wichtig sind die Wege rund ums Bett. Damit ihr bequem Bettwäsche wechseln, abends am Bettrand sitzen und nachts ohne Stolpern zum Kind gelangen könnt, empfehlen sich diese Richtwerte:
- Vor der offenen Längsseite: mindestens 60–70 cm, komfortabel sind 80 cm.
- Vor Schrank oder Kommode mit Türen oder Schubladen: 80–90 cm, damit sich alles ganz öffnen lässt.
- Zwischen Bett und Heizkörper: einige Zentimeter Abstand, damit die Wärme zirkulieren kann.
- Zur Zimmertür: Die Tür sollte frei aufschwingen, ohne ans Bett zu stossen.
Ein einfacher Trick: Klebt die Aussenmasse mit Malerabdeckband auf den Boden und lasst das Band ein paar Tage liegen. So seht ihr sofort, ob Spielteppich, Schreibtisch oder Kleiderschrank noch gut Platz haben. Weitere Ideen für enge Grundrisse findet ihr in Kleines Kinderzimmer einrichten: 7 Tricks für mehr Platz.
Grössen im Vergleich: 70×140, 90×200, 100×200 und 120×200
Welche Grösse passt zu eurer Familie? Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick. Die Aussenmasse sind grobe Richtwerte und hängen stark vom jeweiligen Modell ab.
| Liegefläche | Aussenmass ca. | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| 70×140 cm | 80 × 150 cm | ca. 2–6 Jahre | Sehr platzsparend, oft umbaubar | Bald zu kurz, zweite Anschaffung nötig |
| 90×200 cm | 100–110 × 210–220 cm | ab ca. 2 Jahren bis ins Erwachsenenalter | Standardmass, grösste Auswahl, passt in kleine Zimmer | Eng, wenn ein Elternteil mitliegt |
| 100×200 cm | 110–120 × 210–220 cm | Schulkinder und Jugendliche | Etwas mehr Bewegungsfreiheit | Kleinere Auswahl an Bettwäsche und Zubehör |
| 120×200 cm | 130–140 × 210–220 cm | Kinder, die gern Besuch im Bett haben, Jugendliche | Platz zum Vorlesen und Kuscheln | Braucht rund 30 cm mehr Breite |
Kurz gesagt: 70×140 ist eine Zwischenlösung für einige Jahre, 100×200 eine Nische. Die eigentliche Wahl fällt meist zwischen 90×200 und 120×200. Die 30 cm Unterschied klingen wenig, entscheiden in einem 9-m²-Zimmer aber oft darüber, ob noch ein Schreibtisch Platz hat oder nicht.
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Die passende Matratze für 90×200
Das beste Bett nützt wenig ohne passende Matratze. Der grosse Vorteil des Standardmasses: Ihr habt die Wahl zwischen Kaltschaum, Latex und Taschenfederkern, in verschiedenen Härtegraden und Höhen. Für Kinder hat sich eine eher mittelfeste Matratze bewährt, die den noch leichten Körper stützt, ohne dass er einsinkt. Achtet auf diese Punkte:
- Höhe: Kindermatratzen sind meist 12 bis 20 cm hoch. Prüft, ob die Höhe zum Bettrahmen passt, damit der seitliche Rand noch genug übersteht.
- Bezug: Ein abnehmbarer, bei 60 °C waschbarer Bezug ist bei Kindern Gold wert, etwa nach einem nächtlichen Missgeschick oder einem Magen-Darm-Infekt.
- Belüftung: Ein Lattenrost oder eine luftdurchlässige Unterlage sorgt dafür, dass Feuchtigkeit entweichen kann.
- Zertifikate: Prüfsiegel wie OEKO-TEX geben Hinweise auf geprüfte Materialien.
- Belastbarkeit: Wenn Mama oder Papa beim Vorlesen mitliegen, sollte die Matratze auch Erwachsene tragen.
Preislich bewegen sich gute Kindermatratzen in 90×200 in der Schweiz grob zwischen CHF 200 und 700. Eine gebrauchte Matratze ist aus hygienischen Gründen weniger zu empfehlen als ein gebrauchtes Bettgestell. Ein Matratzenschoner verlängert die Lebensdauer deutlich.
Grundriss-Beispiele für typische Schweizer Kinderzimmer
Viele Kinderzimmer in Schweizer Mietwohnungen messen zwischen 8 und 12 m². So könnte ein 90×200-Bett darin Platz finden:
8 m² (ca. 2,6 × 3,1 m)
Das Bett kommt längs an die lange Wand, idealerweise in eine Ecke. Bei 105 cm Bettbreite bleiben rund 155 cm Raumbreite frei: genug für einen Laufweg von 80 cm und eine schmale Kommode oder ein Regal von 40 cm Tiefe an der gegenüberliegenden Wand. Ein Schreibtisch passt später eher unter das Fenster an der Stirnseite.
10 m² (ca. 2,9 × 3,4 m)
Hier bleibt nach dem Bett in der Ecke ausreichend Fläche für einen Spielteppich von etwa 120 × 170 cm und einen Kleiderschrank mit 60 cm Tiefe. Ein Bett mit Schubladen oder einer Aufbewahrung darunter schafft zusätzlich Stauraum für Spielsachen.
12 m² (ca. 3,2 × 3,8 m)
Bei dieser Grösse habt ihr Spielraum. Ein 90×200-Bett lässt viel freie Fläche für Spielen und Lernen. Alternativ passt hier auch schon ein 120×200-Bett, ohne dass es eng wird. Denkt bei Altbauwohnungen, etwa in Zürich oder Basel, an Heizkörper unter dem Fenster, Stuckleisten und Türen, die nach innen aufgehen. Tipps für das Einrichten mit Kleinkindern findet ihr in Kinderzimmer einrichten für 2–5-Jährige.

Wann 120×200 die bessere Wahl ist
So praktisch das Standardmass ist: Es gibt Situationen, in denen ein breiteres Bett mehr Sinn ergibt. Ein Bett mit 120 cm Breite lohnt sich vor allem, wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf eure Familie zutreffen:
- Gemeinsame Abendrituale: Wenn ihr jeden Abend neben eurem Kind liegt, vorlest oder bis zum Einschlafen bleibt, wird es auf 90 cm schnell eng. Auf 120 cm liegen ein Erwachsener und ein Kind entspannt nebeneinander.
- Unruhige Nächte: Wenn euer Kind öfter aufwacht und ihr dann dazulegt, ist die zusätzliche Breite angenehm für alle.
- Geschwister und Übernachtungsgäste: Für Pyjamapartys oder wenn das jüngere Geschwister ab und zu mitschlafen will, bietet 120×200 mehr Möglichkeiten.
- Viel Platz: Ab etwa 12 m² fällt die zusätzliche Breite kaum ins Gewicht.
- Langfristige Planung: Ein 120er-Bett dient Jugendlichen später als komfortables Bett und kann auch im Gästezimmer weiterleben.
Bedenkt aber: Bettwäsche für 120×200 ist etwas weniger verbreitet als für 90×200, und das Bett braucht rund 30 cm mehr Stellfläche. Wer unsicher ist, klebt beide Varianten mit Klebeband auf den Boden und vergleicht. Beim Umstieg vom Gitterbett hilft unser Ratgeber Vom Gitterbett zum Kinderbett in 5 Schritten.
Häufige Fehler beim Kauf eines 90×200-Betts
- Nur die Liegefläche messen: Wer mit 90 × 200 cm plant, erlebt beim Aufbau oft eine Überraschung. Immer die Aussenmasse prüfen.
- Laufwege vergessen: Ein Bett, das nur 40 cm vor dem Schrank steht, macht jeden Morgen Ärger.
- Zu hohe Liegefläche für kleine Kinder: Ein Hochbett oder ein sehr hohes Bett ist für Kleinkinder ungeeignet. Für den Start eignet sich eine niedrige Liegehöhe mit seitlichem Schutz.
- Kein Rausfallschutz: Gerade beim Wechsel vom Gitterbett rollen Kinder im Schlaf gern über den Rand. Ein erhöhter, weicher Rand oder ein Schutzbügel hilft. Mehr dazu in Rausfallschutz ohne Gitterstäbe.
- Matratzenhöhe nicht abstimmen: Eine zu dicke Matratze reduziert die Höhe des seitlichen Rands.
- Harte Kanten übersehen: Kleine Kinder klettern, toben und stossen sich. Abgerundete oder gepolsterte Kanten sind im Alltag angenehmer.
- Nur auf den Preis schauen: Ein Bett, das 10 Jahre und länger genutzt wird, darf solide sein. Gute Kinderbetten in 90×200 kosten grob zwischen CHF 300 und 1500.
Checkliste: So findet ihr das richtige Bett
Bevor ihr bestellt, geht diese Punkte Schritt für Schritt durch:
- Zimmer ausmessen, inklusive Fenster, Heizkörper, Steckdosen und Türanschlag.
- Aussenmasse des Wunschbetts mit Klebeband auf den Boden übertragen.
- Laufwege prüfen: mindestens 60–70 cm vor der Längsseite.
- Überlegen, wie eure Abendrituale aussehen: Liegt ein Elternteil oft mit im Bett?
- Rausfallschutz und Liegehöhe auf das Alter eures Kindes abstimmen.
- Matratze passend zur Rahmenhöhe auswählen und auf einen waschbaren Bezug achten.
- Materialien und Prüfsiegel kontrollieren.
- Lieferbedingungen, Rückgabemöglichkeiten und Garantie vergleichen.
Und zum Schluss: Bezieht euer Kind in die Auswahl mit ein. Wenn es die Bettwäsche oder die Farbe mitbestimmen darf, freut es sich meist mehr auf das neue Bett, und der Umzug ins «grosse Bett» gelingt leichter.

Häufige Fragen zum Kinderbett 90×200
Ab welchem Alter eignet sich ein Kinderbett 90×200?
Viele Kinder wechseln zwischen etwa 18 Monaten und 3 Jahren aus dem Gitterbett in ein grösseres Bett. Ein 90×200-Bett eignet sich dafür, wenn es eine niedrige Liegehöhe und einen seitlichen Rausfallschutz hat. Für Babys ist weiterhin ein Gitter- oder Babybett die richtige Wahl.
Wie viel Platz braucht ein Bett mit 90×200 cm?
Je nach Modell misst das Bett aussen etwa 100 bis 110 cm in der Breite und 210 bis 220 cm in der Länge. Dazu kommen mindestens 60 bis 70 cm Laufweg vor der offenen Seite. In einem Zimmer ab etwa 8 m² lässt es sich gut unterbringen.
Ist 90×200 zu gross für ein Kleinkind?
Nein, viele Kleinkinder fühlen sich in einem grösseren Bett wohl, sofern es geborgen wirkt. Ein erhöhter Rand, Kuscheltiere und eine vertraute Bettwäsche helfen dabei. Wichtig ist ein wirksamer Rausfallschutz für die ersten Monate.
Kann ein Elternteil in einem 90×200-Bett mitliegen?
Zum Vorlesen oder kurzen Kuscheln reicht es meist, auf Dauer wird es aber eng. Wer regelmässig länger beim Kind liegt, sollte über 120×200 cm nachdenken. Achtet ausserdem darauf, dass Bett und Matratze das Gewicht eines Erwachsenen tragen.
Welche Matratze passt in ein Kinderbett 90×200?
Geeignet ist jede Matratze im Standardmass 90×200 cm, ideal mit mittlerer Festigkeit und abnehmbarem, waschbarem Bezug. Die Höhe sollte zum Bettrahmen passen, damit der seitliche Rand hoch genug bleibt. Kaltschaum, Latex und Taschenfederkern sind alle möglich.
Lohnt sich 100×200 als Kompromiss?
Die zusätzlichen 10 cm bringen etwas mehr Bewegungsfreiheit, aber kaum Platz für einen zweiten Menschen. Gleichzeitig ist die Auswahl an Bettwäsche und Zubehör kleiner. Für die meisten Familien ist daher 90×200 oder direkt 120×200 die sinnvollere Wahl.








