Zubettgehzeit für Kinder: Tabelle nach Alter und Weckzeit

Mila Cloud Kinderbett in Salbeigrün in einem Zimmer mit hellem Fichtenholz und Abendsonne

Um halb acht ins Bett – oder doch erst um acht? Kaum eine Frage wird auf dem Spielplatz so oft verglichen, und kaum eine hat so wenig mit dem zu tun, was andere Familien machen. Die passende Zubettgehzeit für Kinder hängt vor allem an zwei Dingen: wie viel Schlaf euer Kind in seinem Alter braucht und wann es morgens aufstehen muss. Wer beides kennt, kann rückwärts rechnen, statt nach Gefühl zu entscheiden. In diesem Beitrag findet ihr eine Tabelle nach Alter und Weckzeit, die genau das für euch erledigt. Sie ist als Orientierung gedacht, nicht als Stoppuhr – euer Kind zeigt euch, ob die Zeit passt.

Die kurze Antwort: Rechnet von der Weckzeit rückwärts: Nachtschlafbedarf plus etwa 15 bis 20 Minuten zum Einschlafen. Ein zweijähriges Kind, das um 6:30 Uhr aufsteht, liegt damit meist zwischen 19:00 und 19:30 Uhr im Bett, ein Kindergartenkind etwas später, ein Primarschulkind mit 9 bis 10 Jahren eher gegen 20:30 Uhr. Die Werte stützen sich auf die Empfehlungen der American Academy of Sleep Medicine (AASM). Entscheidend ist aber, wie euer Kind tagsüber wirkt: Wacht es meist von selbst auf und ist ausgeglichen, passt die Zeit.

Das Wichtigste in Kürze
  • Faustregel: Weckzeit minus Nachtschlafbedarf minus 15–20 Minuten Einschlafzeit ergibt die Zubettgehzeit.
  • Schlafbedarf pro 24 Stunden laut AASM: 1–2 Jahre 11–14 h (inkl. Mittagsschlaf), 3–5 Jahre 10–13 h, 6–12 Jahre 9–12 h.
  • Fällt der Mittagsschlaf weg, darf die Zubettgehzeit vorübergehend 30–60 Minuten früher liegen.
  • Konstanz schlägt Perfektion: Auch am Wochenende möglichst nicht mehr als etwa eine Stunde abweichen.
  • Umstellen in 15-Minuten-Schritten alle zwei bis drei Tage – die Weckzeit bleibt dabei fix.

Wie viel Schlaf Kinder brauchen – die Grundlage der Tabelle

Jede Zubettgehzeit beginnt mit einer einfachen Frage: Wie viele Stunden Schlaf braucht mein Kind? Die bekanntesten Richtwerte stammen von der American Academy of Sleep Medicine (AASM), die 2016 nach Auswertung der Studienlage Empfehlungen pro 24 Stunden veröffentlicht hat.

Für Kinder zwischen einem und zwei Jahren empfiehlt die AASM 11 bis 14 Stunden, Mittagsschlaf eingerechnet. Für drei- bis fünfjährige Kinder sind es 10 bis 13 Stunden, ebenfalls inklusive allfälliger Tagesschläfchen. Kinder von 6 bis 12 Jahren kommen mit 9 bis 12 Stunden aus.

Wichtig: Es sind Spannweiten, keine Punktwerte, und sie beziehen sich auf den ganzen Tag. Ein Zweijähriger mit 90 Minuten Mittagsschlaf braucht nachts entsprechend weniger als ein gleichaltriges Kind, das tagsüber nur eine halbe Stunde im Kinderwagen döst. Für die Tabelle unten haben wir deshalb den typischen Nachtschlaf abgeleitet: bei Ein- bis Zweijährigen rund 11 Stunden, bei Drei- bis Fünfjährigen rund 10,5 bis 11 Stunden, bei Sechs- bis Achtjährigen rund 10 Stunden und bei älteren Primarschulkindern gut 9 bis 9,5 Stunden – plus jeweils etwa eine Viertelstunde zum Einschlafen. Einen ausführlichen Überblick nach Jahrgängen findet ihr in Wie viel Schlaf braucht mein Kind?.

Zubettgehzeit Kinder: die Tabelle nach Alter und Weckzeit

Die Tabelle zeigt, wann euer Kind im Bett liegen sollte – gemeint ist «Licht aus», nicht der Beginn des Abendrituals. Rechnet für Zähneputzen, Pyjama und Geschichte je nach Alter 20 bis 40 Minuten davor ein.

Alter Schlaf pro 24 h (AASM) Weckzeit 6:00 Weckzeit 6:30 Weckzeit 7:00 Weckzeit 7:30
1–2 Jahre 11–14 h inkl. Mittagsschlaf 18:30–19:00 19:00–19:30 19:30–20:00 20:00–20:30
3–5 Jahre 10–13 h 18:45–19:15 19:15–19:45 19:45–20:15 20:15–20:45
6–8 Jahre 9–12 h 19:15–19:45 19:45–20:15 20:15–20:45 20:45–21:15
9–12 Jahre 9–12 h 20:00–20:30 20:30–21:00 21:00–21:30 21:30–22:00

So lest ihr die Tabelle: Sucht die Zeile mit dem Alter eures Kindes und die Spalte mit der Weckzeit, die euer Alltag vorgibt – nicht die, zu der euer Kind am Sonntag aufwacht. Die Spanne von 30 Minuten ist bewusst gewählt. Kinder am unteren Ende ihres Schlafbedarfs nehmen den späteren Wert, Kinder, die viel Schlaf brauchen, den früheren. Für Dreijährige, die noch regelmässig Mittagsschlaf machen, könnt ihr euch am späteren Wert orientieren, für Fünfjährige ohne Mittagsschlaf eher am früheren. Bei späteren Weckzeiten rechnet ihr einfach 30 Minuten pro Spalte weiter.

Mila Cloud Kinderbett in Salbeigrün in einem Zimmer mit hellem Fichtenholz und Abendsonne
Warmes Abendlicht und ein ruhiger Raum erleichtern den Übergang vom Tag in die Nacht.

So rechnet ihr die Zubettgehzeit selbst aus

Wenn euer Kind nicht genau in eine Zeile passt oder eure Weckzeit krumm ist, hilft die Formel hinter der Tabelle: Weckzeit minus Nachtschlafbedarf minus Einschlafzeit ergibt die Zubettgehzeit.

Erstes Beispiel: Lina ist vier und besucht seit August den Kindergarten. Der Unterricht beginnt um 8:20 Uhr, also muss Lina um 6:45 Uhr aufstehen. Sie schläft nicht mehr über Mittag und braucht nach Einschätzung ihrer Eltern eher viel Schlaf, rund 11 Stunden. Dazu kommen 15 Minuten Einschlafzeit: 6:45 Uhr minus 11 Stunden und 15 Minuten ergibt 19:30 Uhr. Das Abendritual beginnt folglich um 19:00 Uhr.

Zweites Beispiel: Noah ist 18 Monate alt und geht dreimal pro Woche in die Kita. Seine Mutter muss um 7:15 Uhr aus dem Haus, geweckt wird um 6:15 Uhr. Noah macht in der Kita rund anderthalb Stunden Mittagsschlaf und braucht nachts etwa 11 Stunden. Seine Zubettgehzeit liegt damit bei 19:00 Uhr.

Viele Kinder schlafen innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein. Dauert es regelmässig deutlich länger, ist das ein Hinweis, dass die Zubettgehzeit zu früh liegt – oder dass etwas anderes das Einschlafen erschwert. Mögliche Gründe beschreiben wir in Kind schläft nicht ein.

Warum die Tabelle nur Orientierung ist – und woran ihr die richtige Zeit erkennt

Schlafbedarf ist individuell: Zwei Geschwister können trotz gleichem Alltag eine Stunde auseinanderliegen. Die Tabelle gibt euch einen Startpunkt; ob er stimmt, zeigt euer Kind in den ersten ein bis zwei Wochen.

Die Zeit passt, wenn euer Kind innert rund 20 Minuten einschläft, an den meisten Tagen kurz vor oder zur Weckzeit von selbst aufwacht und am Vormittag ausgeglichen ist. Kleinkinder machen ihren Mittagsschlaf, ohne dass ihr sie lange begleiten müsst.

Die Zeit ist eher zu spät, wenn euer Kind fast jeden Morgen geweckt werden muss, im Auto oder Zug sofort einschläft, am späten Nachmittag gereizt reagiert oder abends auffällig aufgedreht wird. Letzteres verwirrt viele Eltern: Übermüdete Kinder wirken oft nicht müde, sondern hibbelig.

Die Zeit ist eher zu früh, wenn euer Kind lange wach liegt, singt, ruft oder mehrmals aufsteht, danach aber gut schläft und morgens fit ist. Oder wenn es sehr früh aufwacht, weil sein Schlafbedarf schon vor 5:30 Uhr gedeckt ist – mehr dazu in Kind wacht zu früh auf. Beobachtet eine Woche lang und passt dann in kleinen Schritten an.

Mittagsschlaf und Zubettgehzeit hängen zusammen

Bei Kindern bis etwa vier Jahren lässt sich die Zubettgehzeit nicht ohne den Mittagsschlaf planen. Als grobe Richtschnur gilt: Zwischen dem Ende des Mittagsschlafs und dem Zubettgehen sollten bei Zweijährigen etwa vier bis fünf Stunden liegen, bei Dreijährigen eher fünf bis sechs. Wer um 15:30 Uhr aus dem Mittagsschlaf aufwacht, wird um 19:00 Uhr selten müde sein.

Das hat praktische Folgen. Schläft euer Kind in der Kita von 12:30 bis 14:30 Uhr, sind 19:00 bis 19:30 Uhr realistisch. Schläft es am Grosseltern-Tag erst um 14 Uhr ein und wird nicht geweckt, verschiebt sich der Abend – an einem einzelnen Tag ist das kein Problem.

Heikel wird die Phase, in der der Mittagsschlaf wegfällt, meist irgendwann zwischen zweieinhalb und vier Jahren. An Tagen ohne Mittagsschlaf fehlen plötzlich ein bis zwei Stunden Schlaf. Hier hilft es, die Zubettgehzeit vorübergehend um 30 bis 60 Minuten vorzuziehen, auch wenn das ungewohnt früh wirkt. Nach einigen Wochen hat sich der Nachtschlaf meist verlängert, und ihr könnt schrittweise zurückgehen. Wie ihr erkennt, ob euer Kind bereit ist, lest ihr in Mittagsschlaf abgewöhnen.

Kindergarten, Sommerzeit, Wochenende: der Schweizer Familienalltag

Mit dem Eintritt in den Kindergarten – nach HarmoS in den meisten Kantonen mit etwa vier Jahren – wird die Weckzeit für viele Familien zum ersten Mal verbindlich. Es lohnt sich, die neue Zubettgehzeit schon in den letzten zwei Wochen der Sommerferien einzuüben, statt am ersten Kindergartentag umzustellen.

Die Sommermonate sind die zweite Herausforderung. Im Juni geht die Sonne in Zürich erst gegen 21:30 Uhr unter, und draussen spielen andere Kinder noch. Gute Verdunkelung und ein ruhiger Übergang ins Haus nach dem Znacht helfen mehr als lange Diskussionen.

Bei der Zeitumstellung Ende März und Ende Oktober springt die Uhr um eine Stunde, die innere Uhr eures Kindes aber nicht. Verschiebt die Zubettgehzeit deshalb in den Tagen davor in 15-Minuten-Schritten.

Und das Wochenende? Ausschlafen ist erlaubt, doch grosse Sprünge rächen sich am Montag. Als Faustregel gilt: Zubettgeh- und Aufstehzeit an freien Tagen möglichst nicht mehr als etwa eine Stunde von den Werktagen abweichen lassen. Ein Familienfest bis 22 Uhr ist trotzdem kein Drama – am nächsten Tag geht es einfach im gewohnten Rhythmus weiter.

Detail der gerundeten, gepolsterten Seitenwange des Mila Cloud Kinderbetts mit Chenille-Struktur im Streiflicht
Weiche Rundungen statt harter Kanten: Beim Vorlesen lehnt man sich gerne an.

Schritt für Schritt: eine neue Zubettgehzeit einführen

Liegt die jetzige Zubettgehzeit deutlich neben der Tabelle, stellt nicht von heute auf morgen um. Ein Kind, das seit Monaten um 20:30 Uhr einschläft, wird um 19:30 Uhr eine Stunde lang wach liegen. So geht es sanfter:

Tag 1–3: Weckzeit festlegen und konsequent einhalten, auch am Wochenende. Morgens gleich die Vorhänge öffnen oder kurz nach draussen gehen – Tageslicht am Morgen stellt die innere Uhr.

Tag 4–6: Zubettgehzeit um 15 Minuten vorziehen. Das Abendritual beginnt entsprechend früher, der Ablauf bleibt gleich.

Tag 7–9: Weitere 15 Minuten. Achtet darauf, ob euer Kind innert rund 20 Minuten einschläft.

Ab Tag 10: Wiederholen, bis die Zielzeit erreicht ist. Bei einer Stunde Differenz seid ihr nach etwa zwei Wochen am Ziel.

Parallel hilft es, die letzte Stunde vor dem Zubettgehen ruhig zu gestalten: gedimmtes Licht, keine Bildschirme, keine wilden Spiele. Ein verlässliches Ritual mit immer gleicher Reihenfolge signalisiert dem Körper, dass die Schlafenszeit naht. Konkrete Abläufe mit Zeitplan findet ihr in Einschlafroutine ab 2 Jahren.

Häufige Fehler

Die Zubettgehzeit am Nachbarskind ausrichten. Was bei anderen funktioniert, sagt wenig über euer Kind. Massgebend sind Weckzeit und individueller Schlafbedarf.

Später ins Bett, damit es morgens länger schläft. Das klappt bei Kleinkindern selten. Viele wachen trotzdem zur gewohnten Zeit auf – nur mit weniger Schlaf.

Ritualbeginn und «Licht aus» verwechseln. Wer um 19:30 Uhr mit Zähneputzen beginnt, hat das Licht selten vor 20:00 Uhr aus.

Zu grosse Sprünge. Eine ganze Stunde auf einmal vorzuziehen führt meist zu langem Wachliegen und Frust auf beiden Seiten.

Jeden Abend neu verhandeln. Steht die Zeit fest, erübrigen sich Diskussionen. Eine Sanduhr oder ein Lichtwecker macht das Ende des Tages für jüngere Kinder sichtbar, ohne dass ihr jedes Mal die Schiedsrichterrolle übernehmen müsst.

Die Tabelle über das Kind stellen. Wenn euer Kind ausgeruht und fröhlich ist, obwohl es eine halbe Stunde von der Tabelle abweicht, ist alles in Ordnung.

Holz-Lichtwecker und Wanduhr ohne Ziffern auf einem Hocker neben dem Kinderbett in der Dämmerung
Ein Lichtwecker zeigt auch Kindern, die noch keine Uhr lesen, wann Aufstehzeit ist.

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Häufige Fragen zur Zubettgehzeit für Kinder

Wann sollte ein dreijähriges Kind ins Bett?

Das hängt von der Weckzeit ab. Bei einer Weckzeit von 6:30 Uhr liegt die Zubettgehzeit für Drei- bis Fünfjährige meist zwischen 19:15 und 19:45 Uhr, bei 7:00 Uhr zwischen 19:45 und 20:15 Uhr. Macht euer Kind noch einen langen Mittagsschlaf, passt eher der spätere Wert.

Ist 20 Uhr zu spät für ein Kindergartenkind?

Nicht unbedingt. Bei einer Weckzeit von 7:00 oder 7:30 Uhr kann 20 Uhr gut passen. Bei einer Weckzeit von 6:30 Uhr oder früher wird es für viele Kindergartenkinder knapp. Achtet darauf, ob euer Kind morgens von selbst aufwacht und tagsüber ausgeglichen ist.

Wie viele Stunden Schlaf braucht ein Kind?

Laut der American Academy of Sleep Medicine brauchen Kinder von 1 bis 2 Jahren 11 bis 14 Stunden pro 24 Stunden inklusive Mittagsschlaf, Kinder von 3 bis 5 Jahren 10 bis 13 Stunden und Kinder von 6 bis 12 Jahren 9 bis 12 Stunden.

Sollte die Zubettgehzeit am Wochenende gleich bleiben?

Möglichst ähnlich. Eine Abweichung von etwa einer Stunde ist meist unproblematisch. Grössere Sprünge verschieben die innere Uhr und machen den Montagmorgen schwerer.

Mein Kind schläft trotz früher Zubettgehzeit nicht ein – was tun?

Liegt euer Kind regelmässig länger als 30 Minuten wach, ist die Zubettgehzeit möglicherweise zu früh oder der Mittagsschlaf zu spät oder zu lang. Verschiebt die Zeit versuchsweise um 15 Minuten nach hinten und beobachtet eine Woche lang.

Wie stelle ich die Zubettgehzeit am besten um?

In 15-Minuten-Schritten alle zwei bis drei Tage, während die Weckzeit gleich bleibt. Tageslicht am Morgen und ein früher beginnendes, aber unverändertes Abendritual unterstützen die Umstellung. Eine Stunde Differenz lässt sich so in etwa zwei Wochen ausgleichen.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine kinderärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden wendet euch an eure Kinderärztin oder euren Kinderarzt.

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