Kind wacht nachts auf – 5 häufige Ursachen und Tipps

Kind wacht nachts auf – 5 häufige Ursachen und Tipps

Kind wacht nachts auf – 5 häufige Ursachen und Tipps

Nächtliches Aufwachen gehört zur Kindheit dazu – aber wenn es zur Nacht für Nacht wird, zehrt es an den Kräften der ganzen Familie. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt eine klare, behebbare Ursache dahinter.

Ursache 1: Falsche Einschlafassoziation

Wenn euer Kind abends nur mit eurer Hilfe einschläft – beim Stillen, Schaukeln oder Streicheln – dann braucht es genau diese Bedingungen auch nachts, wenn es zwischen zwei Schlafzyklen kurz aufwacht. Es kann nicht alleine wieder einschlafen.

Tipp: Legt euer Kind schläfrig, aber noch wach ins Bett. So lernt es, alleine einzuschlafen – und alleine wieder einzuschlafen.

Ursache 2: Hunger

Bei Kindern unter 18 Monaten ist nächtlicher Hunger häufig. Ab 18 Monaten ist ein gesundes Kind physiologisch in der Lage, ohne nächtliche Mahlzeit durchzuschlafen.

Tipp: Stellt sicher, dass das Abendessen ausreichend war. Eine kleine Mahlzeit direkt vor dem Schlafen kann helfen.

Ursache 3: Umgebungsreize

Lärm, Licht, Wärme – Kinder reagieren auf Umgebungsreize empfindlicher als Erwachsene. Ein vorbeifahrendes Auto, das Licht unter der Türe oder eine zu warme Schlafumgebung können ausreichen, um den Schlaf zu unterbrechen.

Tipp: Zimmer abdunkeln, Temperatur auf 18 Grad halten, Lärmquellen minimieren.

Ursache 4: Entwicklungsschübe und Zahnen

Während Entwicklungsschüben ist das kindliche Gehirn hochaktiv – das stört den Schlaf. Zahnen verursacht Schmerzen, die nachts stärker wahrgenommen werden.

Tipp: Geduld – Entwicklungsschübe dauern in der Regel ein bis drei Wochen. Bei Zahnungsschmerzen kann ein Zahngel oder ein gekühlter Beissring helfen.

Ursache 5: Trennungsangst

Zwischen 18 Monaten und 3 Jahren ist Trennungsangst am häufigsten. Euer Kind weiss, dass ihr geht – aber noch nicht sicher, dass ihr wiederkommt. Das nächtliche Aufwachen ist ein Ruf nach Bestätigung.

Tipp: Klarer Abschied abends, konsistentes Verhalten beim nächtlichen Aufwachen. Ein "Wächter" – ein Plüschtier, das "aufpasst" – kann helfen.

Was generell hilft

  • Feste Schlafenszeiten einhalten
  • Abendritual konsequent durchführen
  • Kind wach ins Bett legen
  • Beim nächtlichen Aufwachen kurz beruhigen, ohne hochzunehmen
  • Schlafumgebung optimieren

Häufige Fragen

Ab wann sollte ein Kind durchschlafen?

Die meisten Kinder können ab 6 Monaten physiologisch durchschlafen. Viele tun es erst mit 12 bis 18 Monaten regelmässig.

Wie oft ist nächtliches Aufwachen normal?

Bis zu zweimal pro Nacht gilt bis zum zweiten Lebensjahr als normal. Mehr als dreimal pro Nacht über mehrere Wochen hinweg ist behandlungsbedürftig.

Was tun, wenn nichts hilft?

Eine Schlafberatung beim Universitäts-Kinderspital Zürich oder einer Mütter-Väter-Beratungsstelle kann helfen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Nächtliches Aufwachen hat fast immer eine Ursache. Die häufigste: falsche Einschlafassoziation. Mit den richtigen Anpassungen schlafen die meisten Kinder innerhalb von ein bis zwei Wochen deutlich besser.

Quellen: Universitäts-Kinderspital Zürich; Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM); Schulärztlicher Dienst Stadt Zürich, Stand 03/2025.