Mit fünf Jahren steckt euer Kind mitten im Kindergartenalltag: In den meisten Kantonen besucht es jetzt das zweite Kindergartenjahr, geht den Weg dorthin vielleicht schon allein und spricht bereits von der «richtigen Schule». Der Schlaf beim 5-jährigen Kind wirkt auf den ersten Blick unkompliziert – der Mittagsschlaf ist meist Geschichte, das Einschlafen klappt öfter ohne Drama. Trotzdem verändert sich in diesem Jahr viel: Die Tage werden voller, die Eindrücke intensiver, und am Horizont steht die 1. Klasse mit festen Anfangszeiten. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Schlaf mit 5 Jahren realistisch ist, wie ihr den Abend auf den Kindergarten abstimmt und wie ihr den Rhythmus rechtzeitig auf den Schulstart vorbereitet.
Die kurze Antwort: Ein Kind mit 5 Jahren braucht laut den gängigen Empfehlungen 10 bis 13 Stunden Schlaf pro 24 Stunden; die meisten kommen mit 10,5 bis 11,5 Stunden Nachtschlaf gut zurecht. Wer um 7 Uhr aufstehen muss, sollte also zwischen 19.30 und 20 Uhr schlafen. Der Mittagsschlaf fällt in diesem Alter meist weg, eine ruhige Pause am Nachmittag bleibt aber wertvoll. Entscheidend für den Kindergartenalltag sind feste Aufsteh- und Zubettgehzeiten – auch am Wochenende – und ein Abend, der nach einem vollen Tag wirklich zur Ruhe kommt. Für den Übergang in die 1. Klasse genügt es meist, den Rhythmus zwei bis drei Wochen vorher in 15-Minuten-Schritten anzupassen.
- Schlafbedarf mit 5 Jahren: 10–13 Stunden, meist 10,5–11,5 Stunden in der Nacht.
- Von der Aufstehzeit rückwärts rechnen: Bei Weckzeit 7 Uhr heisst das Licht aus um etwa 19.30–20 Uhr.
- Der Mittagsschlaf ist meist vorbei – 20–30 Minuten Ruhezeit am Nachmittag helfen trotzdem.
- Tage mit Nachmittagsunterricht oder Tagesstruktur sind anstrengender: dann 15–30 Minuten früher ins Bett.
- Vor der 1. Klasse den Rhythmus über zwei bis drei Wochen in 15-Minuten-Schritten verschieben.
Schlaf mit 5 Jahren: Wie viel braucht ein Kind wirklich?
Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) nennt für Kinder von drei bis fünf Jahren 10 bis 13 Stunden Schlaf pro 24 Stunden. Weil der Mittagsschlaf mit fünf meist weggefallen ist, muss diese Menge fast vollständig in der Nacht liegen. In der Praxis schlafen die meisten Fünfjährigen zwischen 10,5 und 11,5 Stunden – einzelne Kinder sind mit zehn Stunden fit, andere brauchen zwölf. So sieht das im Alltag aus:
| Aufstehzeit | Licht aus (11 h Schlaf) | Licht aus (10,5 h Schlaf) | Abendritual beginnt |
|---|---|---|---|
| 6.30 Uhr | 19.30 Uhr | 20.00 Uhr | ca. 18.50 Uhr |
| 6.45 Uhr | 19.45 Uhr | 20.15 Uhr | ca. 19.05 Uhr |
| 7.00 Uhr | 20.00 Uhr | 20.30 Uhr | ca. 19.20 Uhr |
| 7.30 Uhr | 20.30 Uhr | 21.00 Uhr | ca. 19.50 Uhr |
Ob der Schlaf reicht, zeigt sich weniger an der Uhr als am Verhalten. Wacht euer Kind an Kindergartentagen meist von selbst oder mit wenig Hilfe auf? Ist es am späten Nachmittag zwar müde, aber noch ansprechbar? Dann passt die Menge vermutlich. Häufige Wutausbrüche gegen Abend, grosse Mühe beim Aufwachen oder ein Kind, das am Wochenende zwei Stunden länger schläft, sprechen eher für ein Defizit. Die Studienlage zu exakten Stundenzahlen ist weniger präzise, als die Empfehlungen vermuten lassen – es sind Bandbreiten, keine Grenzwerte. Eine Übersicht für alle Altersstufen findet ihr im Ratgeber Wie viel Schlaf braucht mein Kind?.
Der Kindergartenalltag in der Schweiz – und was er für den Schlaf bedeutet
Nach HarmoS treten Kinder in den meisten Kantonen mit etwa vier Jahren in den Kindergarten ein; mit fünf sind sie im zweiten Kindergartenjahr und damit die «Grossen». Der Unterricht findet meist in Blockzeiten statt, typischerweise von etwa 8 bis 12 Uhr, dazu kommen je nach Gemeinde ein oder zwei Nachmittage. Für ein fünfjähriges Kind ist das ein intensives Programm: Gruppenregeln, Lärm, Freundschaften und Streit.
Hinzu kommt der Kindergartenweg. Viele Kinder gehen ihn im zweiten Jahr allein oder mit Gspänli, die Leuchtweste über der Jacke. Das stärkt die Selbstständigkeit, verlangt aber Konzentration und einen fixen Aufbruch. Wer um 7.40 Uhr los muss, braucht mit Anziehen, Zmorge und Znüni-Box packen realistisch 40 bis 50 Minuten.
Für den Schlaf heisst das: Der Morgen gibt den Takt vor. An Tagen mit Nachmittagsunterricht, Mittagstisch oder Tagesstruktur sind viele Kinder abends deutlich erschöpfter – hier lohnt es sich, 15 bis 30 Minuten früher ins Bett zu gehen. Kleine Abweichungen, etwa am Grosseltern-Tag oder nach einem Nachmittag im Chinderhüeti, sind kein Problem, solange die Aufstehzeit stabil bleibt.

Mittagsschlaf mit 5: Meist vorbei, Ruhe bleibt wichtig
Die meisten Kinder verzichten zwischen drei und fünf Jahren auf den Mittagsschlaf. Mit fünf schläft tagsüber nur noch eine Minderheit regelmässig. Manche Kinder schlafen an freien Nachmittagen dennoch ab und zu ein – oft nach einem Ausflug oder wenn sie krank werden. Das ist in Ordnung, solange der Abend dadurch nicht regelmässig erst um 21.30 Uhr endet.
Was viele Familien unterschätzen, ist der Wert einer Ruhezeit ohne Schlaf. 20 bis 30 Minuten nach dem Mittagessen mit Hörspiel, Bilderbuch oder ruhigem Spiel im eigenen Zimmer helfen, den Vormittag zu verarbeiten. Wichtig ist, dass diese Pause wirklich reizarm ist: Tablet oder Fernseher wirken zwar beruhigend, liefern aber neue Eindrücke statt Erholung.
Schläft euer Kind an einem Nachmittag doch ein, weckt es nach etwa 45 Minuten und möglichst nicht nach 15.30 Uhr. Wie der Übergang ohne Schlafpause gut gelingt, beschreibt der Beitrag Mittagsschlaf abgewöhnen.
Das Abendritual für Kindergartenkinder
Mit fünf können Kinder schon vieles selbst übernehmen – und genau das macht ein Abendritual in diesem Alter wirksam. 30 bis 40 Minuten reichen meist; entscheidend ist die gleiche Reihenfolge jeden Abend. Bewährt hat sich dieser Ablauf:
- Znacht etwa 1,5 bis 2 Stunden vor dem Schlafen, danach höchstens noch Wasser.
- Bildschirme mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen aus.
- Sachen für morgen bereitlegen: Täschli, Znüni-Box, Leuchtweste, Kleider. Das entlastet den Morgen und gibt dem Kind ein Gefühl von Kontrolle.
- Waschen, Zähneputzen, Pyjama – so viel wie möglich selbst.
- Vorlesen oder Erzählen, danach ein kurzes Gespräch über den Tag.
- Licht aus mit einem festen Schlusssatz.
Das Gespräch über den Tag ist mit fünf besonders wertvoll. Kinder erleben im Kindergarten Konflikte, Ausgrenzung oder Stolz, können es aber oft erst im ruhigen Moment am Bett in Worte fassen. Fragt offen, etwa «Was war heute das Lustigste?» oder «Gab es etwas Doofes?», und hört einfach zu. Mehr Ideen findet ihr in «Nur noch eine Geschichte» – wie Rituale das Zubettgehen schöner machen.
Typische Schlafthemen mit fünf Jahren
Grübeln beim Einschlafen
Fünfjährige beginnen, über grosse Fragen nachzudenken: ob die Kindergärtnerin sie mag, was nach dem Tod passiert, wie die Schule wohl wird. Das zeigt sich oft als «Ich kann nicht schlafen» eine halbe Stunde nach Licht aus. Hilfreich ist ein fester Moment für Sorgen am frühen Abend statt langer Gespräche im Dunkeln.
Albträume und Nachtschreck
Albträume sind zwischen drei und sechs Jahren am häufigsten und treten vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Der Nachtschreck dagegen kommt meist ein bis drei Stunden nach dem Einschlafen; das Kind ist dabei nicht ansprechbar und erinnert sich am Morgen an nichts. Übermüdung begünstigt beides. Mehr dazu im Beitrag Nachtschreck beim Kind.
Nächtliches Einnässen
Mit fünf ist ein Teil der Kinder nachts noch nicht zuverlässig trocken – je nach Studie etwa 10 bis 15 Prozent. Das ist meist entwicklungsbedingt und kein Erziehungsthema. Ein wasserdichter Matratzenschoner und Gelassenheit helfen mehr als Wecken oder Trinkverbote. Ob eine Abklärung sinnvoll ist, besprecht ihr am besten bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung.

Häufige Fehler beim Schlaf von Kindergartenkindern
Viele Schlafprobleme in diesem Alter entstehen nicht nachts, sondern im Tagesablauf – und lassen sich deshalb auch dort am einfachsten lösen:
- Am Wochenende lange ausschlafen lassen: Mehr als eine Stunde Unterschied zur Aufstehzeit unter der Woche verschiebt die innere Uhr – der Montag wird zum kleinen Jetlag.
- Den Abend um Aktivitäten herum planen: Kinderturnen bis 18.30 Uhr, Znacht um 19.15 Uhr – da bleibt kaum Zeit zum Runterfahren.
- Übermüdung mit Energie verwechseln: Übermüdete Fünfjährige werden oft aufgedreht statt schläfrig. Wildes Herumtoben um 20 Uhr heisst häufig, dass der richtige Zeitpunkt schon vorbei ist. Dann hilft ein früherer Start des Rituals, nicht mehr Auspowern.
- Das Znacht als Verhandlungsrunde: Wer bis 19.45 Uhr am Tisch sitzt, liegt selten um 20 Uhr im Bett.
- Die Zeitumstellung ignorieren: Ende Oktober wird die Uhr zurückgestellt. Wer die Zeiten in den Tagen davor in 10- bis 15-Minuten-Schritten anpasst, erspart sich eine Woche mit Frühaufstehern um 5.30 Uhr.
Wochenplan: Den Schlaf auf die 1. Klasse vorbereiten
Im Sommer nach dem zweiten Kindergartenjahr folgt die 1. Klasse. Der Unterricht beginnt je nach Gemeinde etwas früher, es gibt mehr Nachmittage, und der Schulweg ist oft länger. In den Sommerferien lassen viele Familien den Rhythmus schleifen. Ein bewährter Plan für die letzten drei Ferienwochen, hier für eine Weckzeit von 6.45 Uhr:
| Zeitpunkt | Aufstehen | Licht aus | Fokus der Woche |
|---|---|---|---|
| 3 Wochen vorher | 7.45 Uhr | 20.45 Uhr | Feste Znacht-Zeit, Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafen aus |
| 2 Wochen vorher | 7.15 Uhr | 20.15 Uhr | Morgenroutine üben: Anziehen, Zmorge, Znüni packen |
| Letzte Woche | 6.45 Uhr | 19.45 Uhr | Schulweg einmal zur echten Zeit ablaufen, Schulsack am Vorabend packen |
Innerhalb jeder Woche könnt ihr alle zwei bis drei Tage um 15 Minuten verschieben, statt einen grossen Sprung zu machen. Morgens hilft rasch Tageslicht, abends gutes Verdunkeln, denn im August ist es um 20 Uhr noch hell. Rechnet in den ersten Schulwochen trotzdem mit mehr Müdigkeit: Viele Kinder brauchen dann 15 bis 30 Minuten zusätzlichen Schlaf, bis sich der neue Alltag eingespielt hat.
Die Schlafumgebung für ein Kindergartenkind
Mit fünf haben Kinder eigene Vorstellungen vom Zimmer: Die Zeichnungen aus dem Kindergarten gehören an die Pinnwand, das Täschli an den Haken, die Lieblingskuscheltiere ins Bett. Ein Zimmer, das euer Kind mitgestaltet hat, nimmt es leichter als Schlafort an. Für den Schlaf selbst zählen wenige Punkte:
- Temperatur: etwa 18 bis 20 °C, im Winter nachts eher am unteren Rand.
- Dunkelheit: Verdunkelungsvorhänge oder Storen, vor allem im Sommer; ein schwaches, warmes Nachtlicht ist in Ordnung, wenn euer Kind es möchte.
- Ordnung: Spielsachen abends in Kisten, damit das Bett nicht zur Spielzone wird.
- Das Bett: Fünfjährige sind im Schnitt etwa 105 bis 115 cm gross und wachsen jährlich noch um rund 6 cm. Ein Bett in 90×200 cm reicht bis ins Jugendalter; mehr dazu im Beitrag Kinderbett 90x200.
Ein Bett, in dem auch ein Elternteil für die Gutenachtgeschichte bequem Platz findet, macht das Ritual entspannter. Viele Familien wählen deshalb bewusst 120×200 cm.

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Häufige Fragen zum Schlaf beim 5-jährigen Kind
Wie viele Stunden sollte ein 5-jähriges Kind schlafen?
Empfohlen sind 10 bis 13 Stunden pro 24 Stunden. Weil der Mittagsschlaf meist weggefallen ist, liegt fast alles in der Nacht; die meisten Kinder brauchen 10,5 bis 11,5 Stunden. Massgebend ist, ob euer Kind morgens gut wach wird und tagsüber ausgeglichen ist.
Wann sollte ein Kindergartenkind ins Bett?
Rechnet von der Aufstehzeit rückwärts. Bei einer Weckzeit von 7 Uhr ist Licht aus zwischen 19.30 und 20 Uhr sinnvoll, das Abendritual beginnt 30 bis 40 Minuten früher. An Tagen mit Nachmittagsunterricht darf es etwas früher sein.
Braucht ein 5-jähriges Kind noch Mittagsschlaf?
Die meisten nicht mehr. Eine Ruhezeit von 20 bis 30 Minuten nach dem Mittagessen bleibt aber hilfreich. Schläft euer Kind gelegentlich ein, weckt es nach etwa 45 Minuten und möglichst nicht nach 15.30 Uhr.
Mein Kind ist nach dem Kindergarten sehr gereizt – schläft es zu wenig?
Möglich, aber nicht zwingend. Nach einem Vormittag in der Gruppe sind viele Kinder schlicht erschöpft und hungrig; ein Zvieri und eine ruhige Stunde helfen oft sofort. Bleibt die Gereiztheit und fällt das Aufwachen schwer, lohnt sich eine Woche lang ein Versuch mit 20 bis 30 Minuten früherem Zubettgehen.
Wie bereite ich den Schlaf auf die 1. Klasse vor?
Verschiebt zwei bis drei Wochen vor Schulbeginn Aufsteh- und Zubettgehzeit in Schritten von etwa 15 Minuten auf den Schulrhythmus. Tageslicht am Morgen, gutes Verdunkeln am Abend und eine feste Routine erleichtern die Umstellung.
Ist es normal, dass mein Kind mit 5 nachts noch einnässt?
Ja, bei einem Teil der Fünfjährigen ist das noch der Fall und meist entwicklungsbedingt. Ein wasserdichter Schoner und Gelassenheit helfen mehr als Druck. War euer Kind schon länger trocken und nässt wieder ein, oder gibt es weitere Beschwerden, sprecht mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine kinderärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden wendet euch an eure Kinderärztin oder euren Kinderarzt.








